Strompreise vergleichen ist nicht alles

Je nach Jahreszeit sinkt oder steigt der Stromverbrauch in deutschen Haushalten. Im Winter, wenn es in den Morgen- und Abendstunden noch dunkel ist, brennen vermehrt Lichter, es wird mehr Tee und Kaffee bereitet und auf dem Herd heiße Suppe gekocht. Der Fernseher läuft häufiger und auch der heimische PC ist oft stundenlang in Betrieb, weil man sich mit Internet und Online-Games die Zeit an den langen Winterabenden vertreibt. Im Sommer haben dagegen viele Elektrogeräte Schonzeit und dementsprechend sinkt die Stromrechnung.

Der wirklich günstigste Tarif

Die Anfragen von Verbrauchern, die Strompreise vergleichen, steigen in der Anzahl traditionell im Frühling an. Das ist die Zeit, in der hohe Stromrechnungen in die Haushalte flattern und manch einer die Hände ringt, weil die Rechnung alle Erwartungen übertrifft. Da es nun doch auf jeden Euro ankommt, wollen die Verbraucher sicher gehen, dass sie die günstigsten Stromtarife abgeschlossen haben und prüfen, ob sich nicht doch noch ein günstigerer Stromanbieter finden lässt. Online-Rechner bieten eine gute Möglichkeit mit Sicherheit abzuklären, ob man wirklich nicht zu viel bezahlt. Wenn man seinen Verbrauch genau kennt, kann man auf den Cent genau vergleichen, wie viel man sparen könnte. Die Tarife sind allerdings häufig komplex und ganz unterschiedlich aufgebaut. Während ein Anbieter mit niedrigen Preisen pro Kw/h lockt, dafür aber hohe Einmalzahlungen oder eine Art Grundgebühr verlangt, macht ein anderer den Kunden den Wechsel durch einmalige Boni oder Vergünstigungen bei Vorauszahlungen, wie z.B. einem jährlichen Abschlag, schmackhaft. Viele finden es abschreckend, für ein ganzes Jahr im Voraus die Stromrechnung zu bezahlen, aber wenn man es sich leisten kann, ist es gar keine schlechte Sache. Letztendlich zahlt man auch bei monatlicher Rate alles im Voraus, denn erst am Ende des Jahres wird abgerechnet und die Abschläge dem tatsächlich verbrauchten Strom gegenüber gestellt. Erst dann wird klar, wie viel wirklich gebraucht wurde und ob der Kunde gegebenenfalls Geld zurück erhält oder gar etwas nachzahlen muss.

Sparen durch Dunkelheit?

Auch der allergünstigste Tarif hilft allerdings nur wenig, wenn der Verbrauch eines Haushalts zu hoch ist. Durchschnittlich geht man von 1500 Kw/h für einen Einpersonenhaushalt, etwa 2800 bei zwei Personen und etwa 4000 Kw/h pro Jahr bei Familien aus. Diese Werte sind schon relativ hoch angesetzt und dennoch “schaffen” es viele, gerade im Winter, darüber zu liegen. Hier gilt es dann, sich an die eigene Nase zu fassen und sein Verbrauchsverhalten zu prüfen. Und mal ehrlich: Wer lässt nicht mal aus Bequemlichkeit alle Lampen brennen? Oder schaltet mehr Lichter an, als unbedingt notwendig um die herbstliche oder winterliche Dunkelheit zu vertreiben? Und muss der Computer wirklich den ganzen Tag laufen, nur weil man eventuell zwischendurch noch etwas nachschauen möchte oder ungeduldig auf eine E-Mail wartet? Und muss die Suppe wirklich den ganzen Abend warm gehalten werden, falls man noch einen Teller essen möchte? Doch nicht nur die kalte und dunkle Jahreszeit begünstigt einen hohen Stromverbrauch. Auch im Sommer wird, bedingt durch die Hitze, oft viel Energie verbraucht. So stellen manche Leute alles in den Kühlschrank, um es vor dem Verderben zu schützen, was dazu führt, dass der dauerhaft auf Hochbetrieb läuft und dementsprechend viel Strom verbraucht. Auch Ventilatoren oder gar Klimaanlagen verbrauchen ausgesprochen viel Energie und laufen dennoch im Sommer nicht selten im Dauerbetrieb. Jeder sollte genau prüfen, welche Geräte er wirklich laufen haben muss, ob der Dauerbetrieb sein muss und ob es nicht auch Maßnahmen gibt, sich die Jahreszeit angenehm zu gestalten, die nicht einer Steckdose bedürfen. Tee und Suppe kann man beispielsweise auch durch ein Stövchen warm halten und im Sommer bringen feuchte Laken, die man im Zimmer aufhängt, deutliche Abkühlung im Raum. Nur so kann man seinen Energieverbrauch und damit auch sein Stromrechnung dauerhaft senken.

 

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